Mercedes-Benz

Hornsolist Felix Klieser.

4. Oktober 2019

Virtuos mit Lippen und Füßen.

Schon als Vierjähriger stand für Felix Klieser fest, dass er unbedingt Horn spielen wollte. Heute ist er ein Star in der Musikszene, der schon mit der Camerata Salzburg oder Pop-Legende Sting spielte. Für ihn selbstverständlich – auch wenn er ohne Arme geboren wurde. Für seine Konzerte muss er viel reisen. Allein mit seinem Mercedes-Benz fährt der Musiker bis zu 50.000 Kilometer im Jahr. Wie macht er das eigentlich?

Die Tür seines Autos öffnet er wie ein Kung-Fu-Kämpfer: Sein linkes Bein streckt er in die Höhe, dann greift sein linker Fuß in die Klinke. Felix Klieser setzt sich in sein Auto, schnallt sich gelenkig mit dem linken Fuß an und drückt mit dem Zeh einen Knopf, um den Motor zu starten. Sein schwarzes C-Klasse T-Modell lenkt er ebenfalls mit links über ein Pedal im Fußraum, indem er in die eine oder andere Richtung kurbelt. Dem Autofahren ohne Arme steht nichts mehr im Wege. Ungewöhnlich? Nicht für den 28-Jährigen. „Für mich ist das überhaupt kein Handicap, weil ich es ja nicht anders kenne“, erzählt er gelassen.

Das Reisen ist Alltag für den Berufsmusiker. „Ohne Reisen keine Karriere“, sagt Klieser, der in den kommenden Monaten Konzerte in Kasachstan, Tschechien, der Schweiz, Österreich, Italien und Hongkong geben wird. Der Hornsolist ist weltweit begehrt. „Mein Körper verkraftet die unterschiedlichen Zeit- und Klimazonen sehr gut. Ich habe ihm diesen Rhythmus antrainiert. Allerdings schlafe ich im Flugzeug schlecht und nutze dafür die Zeit zwischen Ankunft und Auftritt.“ Ansonsten stellt er keine Ansprüche. „Ich bin keine Diva, die Panik verbreitet, weil die Garderobe nicht wohltemperiert ist. Das lenkt nur ab.“

Fuß ersetzt Hand: Felix Klieser öffnet die Tür seiner Mercedes-Benz
C-Klasse und schnallt sich auch mit dem Fuß an.

Doch das Reisen mit dem Flugzeug oder der Bahn habe viele Fehlerquellen, so Klieser. Deswegen fährt er zu Studioaufnahmen oder zu Konzerten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz immer selbst mit seinem Auto. „Das C-Klasse T-Modell ist für mich ideal, weil ich darin viel Gepäck verstauen kann.“

Musiker Felix Klieser schätzt den Platz und den Komfort seiner Mercedes-Benz C-Klasse, die zur Bedienung mit den Füßen
umgerüstet ist.

Mozart statt Kinderlieder.

Felix Kliesers ständiger Begleiter: sein Horn, Modell 103 vom Mainzer Instrumentenbauer Alexander. Dazu zwei Metallstative für das Instrument und den Dämpfer. Klieser spielt das schwierige Blasinstrument in einer ungewöhnlichen Sitzhaltung: Die Zehen seines linken Fußes greifen die Ventile auf Schulterhöhe – den rechten Fuß benutzt er nur ab und an, um den Dämpfer in Position zu bringen: „Für andere Leute wäre diese Haltung eine körperliche Höchstleistung. Für mich ist das nichts weiter als gewohnte Gelenkigkeit. Ich kann meinen linken Fuß nicht bloß eine halbe Stunde hochhalten, sondern beliebig lange. Mir tut dabei nichts weh und fällt auch nichts schwer. So bin ich – fertig aus!“

Aber warum gerade Horn? „Schon als Junge stand für mich fest, dass ich unbedingt dieses Instrument spielen wollte, obwohl meine Familie völlig unmusikalisch ist.“ Es musste ein Horn sein – kein verbeultes Posthorn ohne Ventile, sondern ein B-Horn für Erwachsene mit Ventilen! Der kleine Felix quengelte und bekam sein Blechblasinstrument. Und nachdem er das dritte Hornkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart gehört hatte, wollte er keine Kinderlieder wie „Alle meine Entchen“ mehr spielen. Er übte unermüdlich und lernte die Kunst, mit den Lippen je nach Position und Muskelanspannung die virtuosen Töne zu erzeugen. Das machte der junge Musiker aus Göttingen so gut, dass er mit 13 Jahren Jungstudent an der Musikhochschule Hannover wurde und mit 21 Jahren seine erste CD aufnahm, die sofort mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet wurde. Heute ist er mit 28 Jahren einer der neuen Stars in der Musikszene, auch wenn er das gar nicht gern hört.

Der Leiter des Instituts für Musikphysiologie in Hannover, Prof. Eckart Altenmüller, hat die Gehirnströme von Felix Klieser einmal beim Musizieren untersucht und festgestellt, dass dabei genau jene Gehirnareale aktiv sind, die üblicherweise die Funktionen von Armen und Händen steuern. Bei Klieser steuern sie eben die Füße und Zehen. Ganz normal. Deswegen muss der Hornist gar nicht die Gelenkigkeit seiner Zehen besonders trainieren. Sein Gehirn macht das automatisch.

Felix Klieser & Camerata Salzburg - Mozart Horn Concertos

Felix Klieser &
Camerata Salzburg.

Bei seiner Karriere hat ihn immer wieder Mozart begleitet. Auf seiner neuen CD hat er zusammen mit der Camerata Salzburg sämtliche Hornkonzerte des Komponisten eingespielt. Auffallend dabei: Klieser spielt ihn nicht fein und edel, sondern rustikaler, gröber und härter als andere Solisten. Er interpretiert ihn extrem straff und doch mitreißend mit seinem „mattgoldenen Ton, der selbst in schmetternden virtuosen Passagen niemals ausbricht“, wie ein Fachmagazin schrieb. Das hat seinen Grund: „Für mich wird Mozart oft glänzend verklärt, obwohl wir alle wissen, dass er derb, hämisch und sehr volkstümlich sein konnte. So interpretiere ich ihn auch. Ich finde, das tut der Musik gut“, sagt Klieser selbstbewusst. Jeder Musiker könne Mozart auf seine Art spielen, „weil wir alle nicht wissen, wie Mozart im Original geklungen hat.“ Nur dem Mainstream möchte er nicht nacheifern. „Das wäre nicht kreativ und mir zu langweilig.“

Doch muss es immer Mozart, Haydn oder Beethoven sein? „Überhaupt nicht“, beteuert der Hornist. „Ich habe immer große Lust auf neue Projekte und Kompositionen, um noch mehr Menschen zu erreichen.“ Mit der englischen Pop-Legende Sting ist er schon aufgetreten. Demnächst wird der in Hannover lebende Klieser sogar ein Werk präsentieren, das speziell für ihn komponiert wurde. „Es soll Emotionen wecken. Die Menschen berühren und für einen Moment glücklich machen“, erzählt der Musiker, „denn nichts anderes ist mein Job, wenn ich auf der Bühne stehe.“ Und den macht er in Mailand genauso überzeugend wie in Salzburg und Hongkong. Reisen gehört in seinem Beruf dazu – ganz selbstverständlich.

Automobile Freiheit für Menschen mit Einschränkungen.

More Mobility Center.

Um Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine automobile Freiheit zu ermöglichen, bietet Mercedes-Benz neben umfangreichen Fahrassistenzsystemen eine Vielzahl an Fahrhilfen ab Werk für unterschiedliche Handicaps an. Das More Mobility Angebot reicht von Bedien- und Lenkhilfen über Handbediensysteme sowie Pedalveränderungen bis zu Techniken zum bequemen Ein- und Aussteigen. Rund um die individuelle Mobilität beraten Experten in 24 More Mobility Centern. Auch in der Mercedes-Benz Niederlassung in Hannover kann man sich über das Thema More Mobility Ausstattungen, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten umfassend informieren.

Fußlenkung System Franz.

Ohne Arme zu leben ist kein Grund mehr, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Alternative Steuerungsmechanismen machen es möglich. So hat sich in Deutschland die „Fußlenkung System Franz“ durchgesetzt. Dabei übernimmt der rechte Fuß weiterhin die Aufgaben des Bremsens und Beschleunigens. Der linke Fuß steuert mit einem Fußpedal, das einem Fahrradpedal ähnelt, und einer vertikalen Kurbel unter dem Armaturenbrett die Lenkung. Durch Kurbeln in die eine oder andere Richtung kann der Fahrer die Reifenstellung verändern. Dem Autofahren ohne Arme steht nichts mehr im Wege. Ein unabhängiger Gutachter muss diesen Umbau untersuchen und die Verkehrstauglichkeit feststellen.

Fotos: © Maike Helbig, © Reimar Ott