Mercedes-Benz

Bodenhaftung.

04. Februar 2020

Klar ist: Ein Reifen muss zum Fahrzeug passen. Wenn er außerdem genau wie Rad und Fahrwerk regelmäßig kontrolliert wird, steht dem sicheren Fahrvergnügen nichts im Wege.

Reifenwechsel vor und nach dem Winter – das sind für jeden Fixtermine im Kalender. Dabei verdienen die Pneus durchs ganze Jahr Aufmerksamkeit. Denn sie übertragen zu jeder Zeit die Kraft des Motors auf die Straße, sorgen für Spurtreue und haben großen Einfluss darauf, ob es in einer gefährlichen Situation zu einem Unfall kommt oder nicht.

„Das Fahrzeug hat nur mit einer Fläche von etwa vier Postkarten Kontakt zur Fahrbahn. Das macht die Lauffläche des Reifens zu einem der wichtigsten Elemente der Kraftübertragung – und zwar beim Beschleunigen genauso wie beim Bremsen“, sagt einer, der es wissen muss: Ron Fischer ist Mitarbeiter im Reifen-Center Podbielskistraße.

Gummimischung und die Profileinschnitte des Reifens beeinflussen hauptsächlich die Haftung sowie Abriebverhalten und Rollwiderstand auf der Straße. Weitere Reifenbestandteile mit Einfluss auf die Fahreigenschaften sind der Stahlgürtel und die Karkasse, also die tragenden Gewebeschichten im Reifen. Beide sorgen für Stabilität und Reifenkontur sowohl auf der Lauffläche als auch in den Flanken.  

Das richtige Modell finden.

Bei der Entscheidung für den perfekten Reifen hilft das EU-Reifenlabel. Es gibt auf den ersten Blick Auskunft über die Leistungseigenschaften Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch. „Extrem wichtig ist die Nasshaftung. Gut zu wissen ist, dass viele Leistungsmerkmale gar nicht auf dem Label angegeben sind“, sagt Ron Fischer, der selbst regelmäßig neue Reifen testet und miteinander vergleicht. „Es lohnt sich, auch bei Aquaplaningverhalten, Kurvenhaftung und Verschleiß genau hinzuschauen. Hier beraten wir gern persönlich.“

Das EU-Reifenlabel. Tipp von Ron Fischer: Extrem wichtig ist die Nasshaftung.
Reifen mit MO-Siegel sind extra für Mercedes-Benz Fahrzeuge entwickelt worden.

In enger Kooperation mit führenden Reifenherstellern entwickelt Mercedes-Benz nach strengen Testkriterien perfekt auf die Fahrzeugmodelle abgestimmte Reifen mit erstklassigen Fahr-, Sicherheits- und Komforteigenschaften bei geringem Verschleiß und hoher Laufleistung. „Sie erkennen die Mercedes-Benz Sommer- und Winterreifen am eingeprägten Gütesiegel MO. Das steht für ‚Mercedes-Benz Original‘,“ sagt Freese. Original-Reifen mit dem Gütesiegel „MOE“ (Mercedes Original Extended) verfügen zusätzlich über verstärkte Seitenwände. „Selbst bei völligem Druckverlust können Sie damit sicher die nächstgelegene Mercedes-Benz Werkstatt erreichen“, weiß Ron Fischer.

Sommer- und Winterreifen: Der Wechsel lohnt!

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Das heißt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Winterreifen aufgezogen sein. Also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Die Winterreifenpflicht hat einen Grund: „Sommerreifen besitzen eine härtere Gummimischung und ein anderes Profil, um auch bei hohen Temperaturen für die nötige Haftung zu sorgen. Winterreifen haben eine deutlich weichere Mischung als Sommerreifen, um sich bei niedrigen Temperaturen an die Fahrbahn anpassen zu können. Außerdem gibt es Unterschiede bei Art und Form des Profils: Das Lamellenprofil von Winterreifen greift bei Schnee und Eis besser“, erläutert Fischer. 

Winterreifen erkennt man am Lamellenprofil und an einer deutlich höheren Anzahl von Profilrillen.

„Winterreifen brauchen mindestens noch vier Millimeter Profil, sonst wirken die Lamellen nicht mehr“, so Fischer. Kann man Winterreifen also im Sommer abfahren? „Nein, bloß nicht. Man riskiert durch die weichere Mischung einen längeren Bremsweg, schlechteres Kurvenverhalten sowie Reifenschäden durch Überhitzung.“

Das Schneeflockensymbol macht klar: Das ist hier ein Winterreifen.

Reifenwechsel: Zeit für einen Check.

Der saisonale Wechsel der Reifen ist immer eine gute Gelegenheit, Zustand, Profiltiefe und Alter zu prüfen. Denn neben der Wahl des richtigen Reifentyps ist der einwandfreie Zustand von Lauffläche, Stahlgürtel und Karkasse für sicheres Fahren immens wichtig. „Diese Checks übernehmen wir beim Wechsel in der Niederlassung für jeden Kunden“, sagt Fischer.

Nicht immer sieht man Beschädigungen wie diese sofort. Hier ist ein neuer Reifen nötig.
Gefährlich: Reparaturen an der Flanke sind nicht zulässig. Dieser Reifen muss ersetzt werden.

Profiltiefe und Verschleiß.

Ob ein Reifen ersetzt werden muss, lässt sich an den Verschleißmarkierungen, den sogenannten Tread Wear Indicators (TWI), erkennen. Dies sind Erhöhungen, die quer zum Profil auf der Lauffläche angeordnet sind. Ist das Profil bis zu dieser Markierung abgenutzt, wird es allerhöchste Zeit für einen neuen Reifen. Denn dann ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern erreicht. 

Profiltiefe: Neue Reifen haben rund acht Millimeter Profil. Ab vier Millimetern wird ein Wechsel empfohlen.

„So weit sollte man es aber nicht kommen lassen. Gerade bei Nässe kann es gefährlich werden: Ein Reifen mit nur noch vier Millimetern Profiltiefe hat dann nur noch 65 Prozent der Straßenhaftung im Vergleich zu einem neuen Reifen“, so Fischer. Reizt man die gesetzliche Grenze von 1,6 Millimetern aus, bieten die Reifen sogar nur noch 40 Prozent der Haftung eines neuen Reifens. „Ein Tipp für die Skiferien in Österreich: Dort gilt eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern für Winterreifen.“ Bei Sommerreifen empfiehlt der Reifenprofi den Wechsel spätestens bei drei Millimetern Restprofil.

Alter und Schäden.

Auch das Alter eines Reifens verändert dessen Fahreigenschaften. Auskunft darüber gibt die als „DOT-Nummer“ bekannte vierstellige Zahlenfolge, die von einem Oval eingerahmt ist. Die ersten beiden Ziffern geben die Kalenderwoche, die Ziffern drei und vier das Herstellungsjahr an.

Herstellungsdatum: Dieser Reifen stammt aus der 50. Kalenderwoche des Jahres 2011.

Eine Beurteilung des Reifens kann aber nicht ausschließlich anhand des Alters erfolgen. Ab einem Reifenalter von sechs Jahren ist ein Wechsel ratsam, sofern die Reifen nicht schon vorher rissig oder abgenutzt sind. Denn häufiges Auffahren auf Kantsteine zum Beispiel kann äußerlich nicht sichtbare Beschädigungen am Stahlgürtel sowie der Karkasse verursachen, unter denen die Stabilität des Reifens leidet. 

Lange weich und rissfrei bleiben die Reifen übrigens, wenn sie dunkel, kühl und trocken sowie als Komplettrad liegend gelagert werden. Die fachgerechte Einlagerung der Reifen und Kompletträder einschließlich gründlicher Reinigung übernimmt die Mercedes-Benz Niederlassung. 

Tipp:
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Fotos: Christian Schmid